Packliste Segeltörn: weniger mitnehmen, nichts vergessen
Wer zum ersten Mal für ein Boot packt statt für ein Hotel, nimmt zu viel vom Falschen mit und vergisst das Unscheinbare. Das beste Beispiel ist ein USB-A-Kabel. Die meisten Yachten haben keinen USB-C-Anschluss, und die 230-Volt-Steckdosen funktionieren nur mit Landstrom im Hafen. Wer nur das Steckdosenladegerät dabeihat, lädt vor Anker gar nichts.
Deshalb gilt für die Packliste zum Segeltörn: Weniger ist mehr, und die Liste wird geteilt. Die persönliche Liste sagt jedem, was in die eigene Tasche gehört. Die gemeinsame Liste sammelt, was die Crew nur einmal braucht. Dazu kommen ein paar Dinge, die es nur auf dem Boot braucht, und ein paar Gewohnheiten, die das Bordleben leichter machen.
Kurz gesagt:
- Weniger ist mehr: An Bord reichen UV-Shirt und Shorts, dazu ein Outfit für die Anreise und eins zum Ausgehen.
- Zwei Listen: eine persönliche für jede Tasche, eine gemeinsame, die in der Crew verteilt wird.
- Zwei große Powerbanks und ein USB-A-Kabel, denn die Steckdose läuft nur mit Landstrom.
- Haltbaren Proviant wie Haferflocken und Brotaufstrich schon im Gepäck mitbringen.
Zum Mitnehmen
Was muss ich für einen Segeltörn einpacken?
Eine weiche Reisetasche mit wenig Kleidung in Schichten, zwei Sets Badesachen, ein Fleece, zwei Powerbanks mit USB-A-Kabel und etwas haltbaren Proviant. Alles, was die Crew nur einmal braucht, wie Bordapotheke, Spülmittel und Lautsprecher, wird vorher verteilt, damit es genau einmal an Bord ist.
Die persönliche Packliste als PDF hat 54 Posten, die gemeinsame 24. Beide stehen oben zum Mitnehmen. Die Abschnitte unten gehen nicht jeden Posten durch, sondern die Entscheidungen, an denen es beim Packen hakt.
Tasche statt Koffer
Ein Hartschalenkoffer ist an Bord unhandlich und sperrig. Er passt in keine Backskiste, lässt sich nicht zusammenfalten und steht die ganze Woche in der Kabine im Weg. Eine weiche Reisetasche verschwindet leer unter der Koje.
Die Tasche sollte trotzdem Rollen haben. Der Weg vom Flughafen zur Marina und der Weg innerhalb der Marina bis zum Steg sind oft länger, als man denkt, und eine volle Tasche auf der Schulter wird unterwegs schwer. Eine Reisetasche mit Rollen vereint beides: weich genug für die Kabine, rollbar für den Weg dorthin.
Kleidung: weniger ist mehr
An Bord trägt man den ganzen Tag dasselbe: ein UV-Shirt und Shorts. Dazu kommen zwei Sets Badesachen, damit immer eines trocken ist, und ein Fleece, weil es auch im Sommer abends auf dem Wasser kühl wird. Mehr braucht der Bordalltag nicht.
Der typische Fehler ist der Landgang. Für die Abende im Hafen wird gepackt wie für einen Städtetrip, und die Hälfte davon bleibt eine Woche lang in der Tasche. Es reicht ein Outfit für An- und Abreise und eines, das schick genug für das Restaurant ist. Alles andere nimmt Platz weg, den die Kabine nicht hat.
Technik und Kleinkram
Strom ist auf dem Boot ein knappes Gut. Die 230-Volt-Steckdosen laufen meistens nur mit Landstrom im Hafen. Vor Anker oder an der Boje lädt nur, was aus der Powerbank oder dem 12-Volt-Anschluss kommt.
Deshalb gehören zwei große Powerbanks in die Tasche, nicht eine kleine. Und ein USB-A-Kabel: Die 12-Volt-Anschlüsse an Bord haben in der Regel USB-A-Buchsen, kein USB-C. Wer nur ein Steckdosenladegerät und ein USB-C-Kabel dabeihat, hat vor Anker ein leeres Handy.
Die gemeinsame Packliste
Manches braucht die Crew nur einmal: die Bordapotheke, Küchenutensilien wie Spülmittel und Lappen, Wäscheklammern, Klopapier, Handseife, einen Lautsprecher und einen wasserdichten Seesack für die Dinghy-Fahrt. Diese Posten werden vor dem Törn in der Crew verteilt, damit jeder genau einmal an Bord ist.
Was passiert, wenn man das nicht tut: Bei der ersten abendlichen Dinghy-Überfahrt ins Restaurant fiel auf, dass jeder seinen eigenen Seesack dabeihatte. Sechs Seesäcke im Dinghy, einer hätte gereicht. Bei den Wäscheklammern und dem Klopapier passiert das Gegenteil, da hat sie niemand eingepackt, weil jeder auf den anderen gesetzt hat.
Proviant im Gepäck mitnehmen
Wer noch Platz in der Tasche hat, nimmt einen Teil des Proviants von zu Hause mit. Nicht verderbliche Dinge wie Haferflocken, Pesto oder Brotaufstrich vertragen die Anreise, wiegen wenig und sind am ersten Morgen an Bord Gold wert.
Der Grund ist der Marina-Supermarkt. Basics wie Brotaufstrich, Müsli oder Snacks kosten dort ein Vielfaches, oder es gibt sie gar nicht. Der Großeinkauf für den Törn selbst gehört auf die Proviantliste, die zusammen mit Route, Crew und Sicherheitseinweisung in der Checkliste zur Törnplanung steht.